Pakistan
19 September  2010

An der pakistanischen Grenze baten mich die Wächter, über Nacht im Custome House zu bleiben. Da ich auch keine Lust hatte weiterzufahren, machte ich ihnen diesen Gefallen. Da der Platz auch von Lastwagenfahrern  benutzt wird, herrschte reges Treiben: Waren wurden umgeladen, Reparaturen ausgeführt, die reicht verzierten Lastwaren gewaschen und es wurde gegessen.


Am Abend wurde mir  noch ein Abendessen zubereitet, es war wirklich köstlich, Hühnchen, Reis,  Fladenbrot, Dall.  Der Dall, keine Ahnung was das war, war wirklich fein und scharf, das scharfe Essen habe ich im Iran vermisst.


Am nächten Morgen ging es los. Doch ich habe ich mich zu früh gefreut. Pakistan ist schlimmer als Iran. Auch hier muss ich mich alle paar Kilometer in einem Buch eintragen. Schon bei der Frage „Passport“, antworte ich, das ich keines habe. Sie gucken ein bisschen komisch, dann sage ich, Sie sollen mir das Buch bringen und ich schreibe alles selber auf. Inzwischen kenne ich alle Angaben auswendig. So geht es den ganzen Tag. Am Abend musste ich zu einem Fort fahren. Sie sagten es sei nur einen Kilometer weit, aber nach einigen Kilometern  fand ich kein Fort, die Sonne war schon sehr tief unten und in der Nacht fahre ich sowieso nicht. So habe ich in einer Siedlung jemanden gefragt ob ich auf seinem Feld übernachten kann.  Beim Aufstellen des Zeltes kamen mehrere Kinder und fragten mich nach „ Pen Pen“ und da ich einige dabei hatte verteilte ich diese. Als alles aufgebaut war, kamen zwei zivile Polizisten auf mich zu und sagten ich könne nicht da bleiben, die Leute wären nicht freundlich, ich solle ihnen zum Fort folgen. Toll, also alles wieder  auf die Schnelle eingepackt und bin den beiden auf dem Moped gefolgt. Die Strasse war nicht asphaltiert, nur mit grobem  Schotter  versetzt. Die Doofen sind in vollem Garacho auf die Schnauze gefallen,  shit happens, nie in der Nacht fahren. Am Fort angekommen, wollten Sie mir einen Schlafplatz auf dem Dach geben, habe aber dankend abgelehnt, da ich nicht ganz schwindelfrei bin. So habe ich mich auf dem Boden unter freiem Himmel schlafen gelegt. Am nächsten Morgen bin ich zu warmem und sehr süssem Cay eingeladen worden.

In Quetta angekommen, haben Sie mich zu einem Hotel begleitet, ab 18.00 Uhr ist Ausgangssperre für Ausländer. Nach einem feinem Abendessen bin ich schlafen gegangen und bettete, dass die Strecke bis Lahore schneller geht.

Cu franco
24 September 2010

Ich bin jetzt in Sukkur angekommen, aber der Weg hierher war gar nicht so einfach. Da ich keine Erlaubnis hatte für die kürzere Strecke (Quetta – Multan) nach Lahore musste ich eine längere Strecke nehmen.  Quetta – Sibi – Jacobabad – Sukkur. Kurz vor Jacobabad wurden die Ansammlungen von Menschen, die vom Hochwasser geflüchtet sind immer grösser. Ich muss schon sagen, dass mich das sehr bedrückt hat. Bei den Zwischenstopps kamen die  Leute auf mich zu und fragten nach meiner Handynummer oder ob ich Sie helfen könne, aber ich konnte nicht. Links und rechts vom Strassenrand waren auch Kadaver von angefahrenen Tieren, Esel, Wasserbüffel, Hunde und weiss was noch für Tiere es waren, jetzt weiss ich auch wie das riecht. Die ganze Gegend roch danach, aber das ist wohl normal hier, dass niemand was dagegen macht.
In Jacobabad sagten Sie, ich könne nicht nach Sukkur,  da die Strasse unter Wasser steht, ich müsste zurück nach Quetta  über Karachi nach Sukkur, aber das wäre wieder eine Stecke von ca. 1500km und darauf hatte ich keine Lust. Im Gespräch wurde immer wieder von Tracktorrally gesprochen, bei der Nachfrage was das ist, stellte sich raus, dass die Leute mit Traktoren Autos, Moppeds Menschen für viel Geld auf die andere Seite fahren. So wurde Schwupps mein Moped auf einem Anhänger geladen und rübergefahren. Und es war wirklich eine Rally, auf einem schmalen Weg wo  knapp 2 Traktoren  Platz hatten, wurde überholt was die Fahrzeuge hergaben. So kam es mir vor. Leider war der Tag sehr heiss und schwül und ich hatte auf dem Anhänger einen Hitzekollaps ich war wirklich knapp vor dem umfallen, aber die Leute haben mir mit einem Tuch Schatten gespendet und jemand fächelte mir Wind zu. Auf der anderen Seite gab es einen langen Stau, aber der Traktorfahrer überholte die Schlange mit der Begründung das ich knapp am abkratzen wäre, denke ich. Als die Polizei mich sah, liessen Sie uns auch vorbei und ich denke, alle auf den Anhänger waren froh darüber. Besonders ich. In Jacobabad angekommen begleitete mich die Polizei zu einem Hotel mit einer Klimaanlage, so konnte ich mich ein bisschen abkühlen. Da ich erst in ein paar Stunden weiterfahren durfte, hat  der Manager mir ein Zimmer gegeben, damit ich mich ausruhen kann, dafür war ich auch sehr dankbar. Als es weiter ging habe ich mich ein bisschen besser vorbereitet, es klappte leider nur fast. Auf der anderen Seite musste ich trotzdem ein paar Minuten Pause machen.

Ich will wieder nach Hause, dort ist es kühl, diesen Gedanken hatte ich schon ein paar Mal. Es geht ja nicht mehr lange und ich bin für eine gewisse Zeit in kühleren Gegenden, hoffe ich.

Cu Franco
24 September 2010

Sukkur, hier blieb ich 2 Tage, nicht das ich das wollte - aber ich habe mir eine Virusinfektion eingefangen. Ist ja normal das ich mir was einfange. So sieht mein Auge momentan aus.. Ne es wurde nicht mit Photoshop bearbeitet.
Das linke Auge hält sich noch tapfer. Zudem habe ich noch Fieber und einen Schnupfen (bei 36 Grad?), ist echt blöd zum Fahren. Da hier Linksverkehr herrscht, muss ich besonders aufpassen, dass ich rechts nichts sehe. Die Autofahrer überholen mich bis auf meiner Höhe und drängen mich von der Strasse ab. Ist normal hier. Mopedfahrer sind auch nicht besser, ohne nach hinten zu schauen wird einfach überholt und ich musste schon ein paarmal abbremsen.
Es wäre nicht so lustig, wenn ich die ganze Familie mit meiner 400kg schweren Motorrad über den Haufen fahre.                                                              

Cu Franco
27 September 2010

Lahore, mir geht es immer noch nicht gut. Mein Auge heilt nur langsam. So bin ich für die nächsten 2 Tage in einem Hotel abgestiegen. Meine Reifen sollten in den nächsten Tagen in Amritsar eintreffen. Danke an Manuela und Ihre Mutter für den Service.

Einen Monat bin ich schon unterwegs und  habe Indien erreicht. Mal schauen, ob es mir da besser geht, so mit Yoga (ja gerade ich), Massagen (ohne Happening), Relaxen und Pause machen.
  
Cu Franco